Gymnasium Marktbreit spendet für Streetwork in Würzburg

Das Schulfest im Sommer, dessen Bewirtung vom Elternbeirat übernommen wird, ist einer der Höhepunkte der schulischen Veranstaltungen des Gymnasiums Marktbreit. Jedes Jahr wird vom Überschuss ein Projekt oder eine Anschaffung für die Schule finanziert. Ein Teil des Schulfestgeldes wird jedoch immer für einen gemeinnützigen Zweck gespendet. Es werden möglichst Organisationen in der näheren Umgebung und vor allem Jugendliche unterstützt. Nach Beratungen der Schüler (SMV), der Lehrer und des Elternbeirates war man sich einig, die diesjährige Spende der Diakonie Würzburg für „Streetwork“ zukommen zu lassen.

Vor mehr als zehn Jahren ist die Bahnhofsmission mit der Situation der vielen Jugendlichen, die auf der Straße leben, zurechtgekommen. Daher hat sich aus einem Arbeitskreis des Jugendschutzes heraus die Idee zu Streetwork entwickelt. Jürgen Keller, Teamleiter der Streetwork Würzburg hat selbst acht Jahre lang auf der Straße gearbeitet und das Projekt 1996 am Bahnhof installiert. Er war an das Gymnasium gekommen, um die Spende in Höhe von 1.000 Euro in Empfang zu nehmen, da er sich freute, dass dieses Geld Jugendlichen helfen wird.

Die Personalkosten der Mitarbeiter von Streetwork werden zwar zu 95 % von der Stadt Würzburg und dem Landkreis finanziert, die Kosten für die Anlaufstelle „Underground“, wie Miete, Organisation, Essen, Kleidung usw. kommt jedoch aus Spenden.

Das „Underground“ befindet sich in unmittelbarer Bahnhofsnähe und ist an sechs Tagen in der Woche geöffnet. In diesen Zeiten ist es den Jugendlichen möglich gewisse Grundbedürfnisse zu stillen, wie sich eine Brotzeit oder ein kleines, warmes Essen zu bereiten, zu duschen und ihre Wäsche zu waschen. Die Anlaufstelle ist ein Ort, an dem die jungen Menschen in ihren Lebenslagen ernst genommen werden. Hier können sie eine Auszeit vom Leben auf der Straße nehmen. Sie finden dort Mitarbeiter, die ihnen zuhören, die sich für ihr Leben interessieren und ihnen Hilfe bei der Bewältigung ihres oft schwierigen Alltags anbieten. Die Zahl der Besucher schwankt zwischen 46 und 60 pro Woche.

Lehrer, Eltern und Schüler sind sehr beeindruckt als Keller von diesem Projekt erzählt, und es wird daher geplant eine Projektarbeit zu diesem Thema im Unterricht zu entwickeln.

Uschi Merten