Landtagsbesuch der 10. Klassen des Gymnasiums Marktbreit

Die Aussicht, sehen zu dürfen, wo die Gesetze, die unser tägliches Leben beeinflussen, allmählich Strukturen annehmen, wo kontroverse Fragestellungen, von denen unsere weitere Zukunft abhängt, diskutiert werden und wo utopische Ansätze, die tatsächlich einmal Realität werden, entwickelt werden, und zusätzlich die Freude auf die Erkundung der einzigartigen Stadt München weckte in den rund fünfzig Schülern der zehnten Jahrgangsstufe des Gymnasiums Marktbreit Interesse an der Besichtigung des Bayerischen Landtags in München.

Am 2. Juli 2007 wurden die Klassen 10a und 10c und die beiden Betreuer, Herr Endres und Frau Jenetzky, erst einmal im Landtag kostenlos verköstigt, um nach einem Gruppenfoto auf der breiten Treppe des beeindruckenden Gebäudes anhand eines Films über die Funktion, die Organisation und die Zusammensetzung des Bayerischen Parlaments aufgeklärt zu werden. Hierbei wurde auch die Bedeutung des Präsidiums, des Ältestenrates, der verschiedenen Ausschüsse, des parlamentarischen Kontrollgremiums, der so genannten Enquetekommission, des Obersten Rechnungshofes und besonders der Plenartagungen betont.

Um anschließend einmal hautnah erleben zu können, wo Alois Glück, Präsident des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, Vizepräsidentin, und Co. angeregt diskutieren und dann (hoffentlich) zu einem allgemeingültigen Gesetz gelangen, durften die Schüler auf den luxuriösen Stühlen des Plenarsaals Platz nehmen, welche wir zuvor eigentlich nur im Fernsehen hatten betrachten dürfen.

Dort empfing uns Karin Radermacher, eine Abgeordnete aus der SPD-Fraktion, die unsere kostenlose Exkursion organisiert hatte. Während sie uns ihren Lebenslauf erklärte, wurde uns bewusst, warum ausgerechnet wir die Möglichkeit erhielten, den Landtag zu besichtigen: Frau Radermacher war selbst einmal Schülerin des Gymnasiums Marktbreit gewesen. Anschließend erwarteten sie die Fragen, die während der Filmvorführung aufgekommen waren. Die Schüler interessierte z. B., ob es eine feste Sitzordnung im neuen Plenarsaal gibt, ob die Abgeordneten ihre Reden selbst schreiben und welches Gefühl sich bei den Abgeordneten einstellt, wenn ihnen bewusst wird, dass sie bei der manchmal sehr niedrigen Wahlbeteiligung von nur etwa 57 % der Bevölkerung gewählt worden sind. Für die Schüler lagen auch Prospekte bereit, in denen sie anschließend schmökern konnten, um Antworten auf weitere Fragen zu den Aufgaben des Landtags zu finden.

Nach der Landtagsbesichtigung erkundeten die Jugendlichen in Gruppen die Münchner Innenstadt. Um 17.00 Uhr verließen die Schüler die bayerische Hauptstadt in dem Wissen, auf einem Stuhl, auf dem fast täglich eine bedeutende Persönlichkeit wie Edmund Stoiber Platz nimmt, gesessen zu haben.

Lara Urban (Klasse 10a)