Geocaching – mathematische Aspekte einer Trendsportart

Seit drei Jahren findet am Gymnasium Marktbreit eine Woche der Mathematik statt. Während die teilnehmenden Schüler in den vergangenen beiden Jahren verschiedenste Workshops besuchen konnten, sollte sich in diesem Jahr alles um das Thema GPS-Navigation drehen.

In einem zweitägigen Workshop erarbeiteten sich die Schüler ausgehend von der Frage „Wie funktioniert GPS-Navigation eigentlich?“ zunächst ein umfangreiches Wissen zum mathematischen und physikalischen aber auch zum geschichtlichen und politischen Hintergrund dieser Thematik. So konnten unter anderem die folgenden Fragen geklärt bzw. diskutiert werden:

Die Ergebnisse ihrer Recherche-Arbeit präsentierten die Schüler in Form einer Stellwand im Foyer der Schule.

Als Anwendung der GPS-Navigation konnten sich die Schüler mit der Trendsportart Geocaching vertraut machen. Die wichtigsten Informationen zum Thema Geocaching werden durch einige Auszüge aus der offiziellen deutschen Homepage www.geocaching.de zusammengefasst:

Geocaching (Cache = unterirdischer Schatz) lässt sich am besten als eine Art moderne Schatzsuche und Schnitzeljagd beschreiben. Kurz gefasst: Es gibt Leute, die verstecken, meist an geschichtlich oder geographisch interessanten Stellen, Dosen mit kleinen netten Tauschobjekten, sowie einem Notizbüchlein, dem Logbuch. Die Lage des Verstecks wird, durch Angabe der genauen Koordinaten, im Internet veröffentlicht.

Dies lesen andere und nutzen nun ihr GPS-Gerät, um diese Schätze zu finden. Ist der Schatz gefunden, so trägt man sich in das Logbuch – ähnlich wie in ein Gipfelbuch – ein und kann nun aus dem Inhalt der Dose etwas tauschen. Danach versteckt man die Dose wieder so wie man sie vorgefunden hat – für den nächsten Schatzfinder…

Es gibt verschiedene Cache-Arten, vom einfachen Cache, bei dem man nur die gegebenen Koordinaten ansteuern muss, über wirklich schwierige Versecke, die nur mit spezieller Ausrüstung (z. B. mit Bergsteiger- oder Schnorchelausrüstung) erreichbar sind, bis hin zu Rätselcaches, die oft über mehrere Stationen, an denen jeweils eine Aufgabe erledigt werden muss, zum Schatz führen.

Die wichtigste Gemeinsamkeit aller Cache-Arten ist der Spaß am Unterwegssein, am Draußensein, Spaß an der Suche und der Knobelei, Spaß an der Herausforderung.

Man kann Geocaching also als Zusatzanreiz beim sportlichen Wandern betreiben, oder einfach nur den Reiz der Schatzsuche nutzen, um die Natur auf eine andere Art zu erleben. Die einen reizt dabei besonders die Knobelei und das Suchen, für andere liegt der Spaß eher darin, sich durch unwegsames Gelände zu kämpfen oder einfach nur schöne Touren zu machen und die reine Schatzsuche dabei nur als kleine Nebenfreude „mitzunehmen“.

Im Rahmen der Woche der Mathematik versteckten die Schüler in zwei Gruppen jeweils einen Schatz (Cache) in der näheren Umgebung der Schule. Das Auslegen der Aufgaben und des Schatzes wurde mit einer „Cache in – trash out“-Aktion verbunden, d.h. gleichzeitig mit dem Auslegen des Schatzes sammelten die Schüler herumliegenden Müll auf. Am nächsten Tag durften die beiden Gruppen zusammen mit einigen weiteren Schülern dann jeweils den Schatz der anderen Gruppe suchen. Um die endgültige Lage des Schatzes mit dem GPS-Gerät ermitteln zu können, mussten an mehreren Stationen jeweils Informationen über die Zielkoordinaten gesammelt werden. Begleitet von den „Experten“ erfuhren die zur Schatzsuche eingeladenen Schüler ganz nebenbei etwas über GPS-Navigation, Koordinatenangaben und Genauigkeit von Messungen.

Markus Ruppert