Praxisorientierte Lehrerausbildung:

Schulinterne Fortbildung für Lateinlehrer und -studenten am Gymnasium Marktbreit

„Studium für das Lehramt an Gymnasien: eine theoretische, praxisferne Ausbildung an der Universität, die die künftigen Gymnasiallehrer nur ungenügend auf die eigentlichen Anforderungen des Berufs vorbereitet.“

So die weit verbreitete Meinung. Ralph Wünsch, Akademischer Direktor an der Universität Würzburg für klassische Philologie, kennt diese Ansicht sehr wohl. Er vermittelt seit einigen Jahren in seinen Lehrveranstaltungen den LateinstudentInnen methodische und didaktische Grundlagen für den altsprachlichen Unterricht. Ihm jedoch liegt eine enge Kooperation mit den Gymnasien, in denen seine Studenten ihr Studien begleitendes Praktikum ableisten, sehr am Herzen. So hegt er steten Kontakt zu den Praktikumslehrern des Gymnasiums Marktbreit, Josef Nusko, und dem des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen, Arnold Kröger, bespricht mit ihnen frühzeitig seine Konzepte und kommt häufig selbst in die Schulen, wo er seinen PraktikantInnen bei ihren Unterrichtsversuchen zusammen mit den Praktikumslehrern beratend zur Seite steht. Dabei darf man das Wort „Praktikum“ durchaus wörtlich nehmen; denn die StudentInnen werden dazu angehalten, möglichst oft vor die Klasse zu treten.

Um sie mit den Alltagsbelangen ihres späteren Berufs vertraut zu machen und andererseits den Lateinlehrern, die schon längere Zeit an der Schule tätig sind, wichtige Aspekte der Universitätsausbildung nahe zu bringen, wurde am Ende dieses Wintersemesters erstmals am Gymnasium Marktbreit eine schulinterne Forbildungsveranstaltung organisiert für die PraktikantInnen mit ihren Betreuungslehren und den LateinlehrerInnen des Gymnasiums Marktbreit.

Herr Wünsch referierte über neue Aspekte in der Wortschatzarbeit unter Berufung auf wichtige Erkenntnisse der Lernpsychologie. Er gab dabei den KollegInnen und StudentInnen zahlreiche konkrete Anregungen für den Unterricht- z.B. Wortschatzvermittlung durch Visualisierung -. Sein zweites Thema –zielsprachenorientierte Fehlerkorrektur – regte zu einem intensiven Meinungsaustausch an, zumal doch erhebliche Unterschiede zwischen den Bedingungen der Universität und denen der Schule deutlich wurden. Zum Abschluss der Fortbildungsveranstaltung stellte Lateinlehrer Stefan Schurz eine Unterrichtssequenz im Hypertextverfahren vor (Plinius 9,6) und demonstrierte dabei, wie die moderne Computertechnik gerade auch im altsprachlichen Unterricht sinnvoll und motivierend angewendet werden kann.

Studenten mit Lehrern im Austausch: ein Beispiel, das an unseren Schulen Schule machen sollte!

Josef Nusko