Gymnasium Marktbreit spielt Shakespeare

„Was ihr wollt“, so heißt die Komödie von William Shakespeare, in der zunächst jeder der Protagonisten den Falschen liebt, in der Verwechslung und Missverständnisse die Helden durch fünf Akte verfolgen, bis endlich fast jeder den richtigen Partner gefunden hat.

Bis es so weit ist, gibt es Einiges zu lachen, wenn das Stück lebendig und frisch gespielt wird. Dass dies bei den zwei Aufführungen am Gymnasium Marktbreit der Fall war, bewiesen die Lachsalven und der häufige Szenenapplaus der insgesamt über 400 Besucher. Unter der Leitung von Dr. Roland Kofer wurde das Drama am 31. März und am 2. April von den Teilnehmern der Schulspielgruppe 2 sowie des Grundkurses Dramatisches Gestalten zur Aufführung gebracht. Sowohl die jungen Schauspieler auf der Bühne als auch die zahlreichen Gestalter und Techniker hinter den Kulissen zeigten wieder einmal, dass auch Schulbühnen in der Lage sind, beinahe professionelle Theaterstücke zu inszenieren.

Schon das Bühnenbild verriet Engagement und Liebe zum Detail: Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts umrahmten als Kulisse das Bühnengeschehen und bestimmten den leichtfüßigen verspielten Hintergrund des Stücks. In gekonnten Charleston-Tänzen der Schauspieler fand diese Stimmung der „Goldenen Zwanziger“ ihre Weiterführung in der Bühnenhandlung.

Gelungen war vor allem die Zusammenführung der etwas ernsteren Haupthandlung und der auflockernden, witzigen Nebenhandlung des Stückes. Im Fordergrund stand die Geschichte der Viola, einfühlsam gespielt von Bianca Ritter, die sich als Mann verkleideter Liebesbote in ihren eigenen Auftraggeber, den Herzog von Illyrien (Martin Böcker) verliebt. Und auch dieser ist verliebt, natürlich unglücklich, in die Herzogin Olivia (Lisa Pamperrien), welche sich, um die Verwirrung komplett zu machen, wiederum in Viola alias Cesario verliebt hat. Allen vier Schauspielern gelang es, die Ohnmacht und die Qualen der unerfüllten Liebe glaubhaft zur Darstellung zu bringen.

Und auch Juliane Amberger, die den Zwillingsbruder Violas spielte, und Ulrike Lussert, welche seinen besten Freund darstellte, überzeugten mit ihrem Spiel, genauso wie Sina Richter, Christopher Grohmann, Sarah Tiedemann, Eva Dorsch, Hanna Schwarz und Christina Fischer, die in etwas kleineren Nebenrollen das Stück ergänzten.

Um die einfühlsam gespielte Haupthandlung rankt sich die komödiantische Nebenhandlung, welche das Motiv der unerfüllten Liebe karikiert und ad absurdum führt. Da gibt es den stets betrunkenen Junker Tobias, erfrischend gespielt von Jan-Philipp Müller, der mit seinen Zoten das Publikum immer wieder zum Lachen brachte und dabei von seinen dümmlichen Freunden Junker Christoph (Thomas Klement) und Fabian (Benjamin Kleinschnitz) tatkräftig unterstützt wird. Und da gibt es die gerissene Hausdame Maria (Karin Dolezol), die den Hausverwalter Malvolio glauben lässt, er sei der Angebetete der Herzogin. Michael Hörner, der Darsteller des Malvolios, verwandelt sich nun vor den Augen des lachenden Publikums vom gestrengen Sittenapostel zum liebestollen Gockel.

Und alles begleiten und kommentieren die Narren, dargestellt von Vera Nusko und Laura Kolla, die durch ihre Gesangseinlagen und ihre präzise gespielten Spitzen gegen alle auftretenden Figuren die wahrhaft Weisen dieser Verwechslungskomödie sind.

Katja Schulte-Bockholt

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