Schiller-Abend am Gymnasium Marktbreit

Zum zweihundertsten Mal jährt sich 2005 der Todestag des berühmten Dichterfürsten Friedrich Schiller, und man könnte meinen, sein Werk habe nach so langer Zeit vor allem einen allgemeinbildenden Charakter. Dass Schillers Texte jedoch heute immer noch berühren können, dass sie spannend, tragisch und immer noch schön sind, bewiesen Schüler und Lehrer des Gymnasiums Marktbreit am Donnerstag, den 24.11.2005. Vor etwa hundert Zuschauern veranstalteten sie unter der Leitung von Dr. Josef Endres in der Pausenhalle einen Schiller-Gedenkabend.

Fast zwei Stunden lang führten sie ihre Zuschauer durch das lyrische und dramatische Werk des großen Dichters. Im Aufführungsraum befanden sich Schautafeln, mit Bildern zur Biographie und zum Werk Schillers, die die Schüler im Kunstunterricht gestaltet hatten. Die einzelnen Darbietungen aus Schillers Gedichten und Dramen wurden von passenden Vokal- und Instrumentalstücken des Grundkurses Musik umrahmt.

Die Texte, die dargeboten wurden, umfassten alles, was den Dichter weit über die Grenzen Deutschlands berühmt gemacht hat. So wurden seine bekanntesten Balladen vorgetragen und die vortragenden Schüler und Lehrer bewiesen mit ihrer Darbietung der Glocke, des Tauchers und der Bürgschaft, welche Dramatik und Sprachsicherheit in diesen Erzählgedichten steckt. Natürlich durften auch dramatische Szenen nicht fehlen, und so hat sich ein Deutsch-Grundkurs zur Aufgabe gemacht, den berühmten Streit der Königinnen aus Maria Stuart vorzustellen.

Doch es ging nicht nur ernst und erhaben zu, auch die humoristische Seite der Schiller-Rezeption wurde zum Ausdruck gebracht. So wurde der Streit der Königinnen nach der Originalfassung mit Hilfe von Filmszenen als ein Streitgespräch zweier Hip-Hop-Queens dargestellt. Die Ballade Der Handschuh wurde ebenfalls in zwei Fassungen dramatisiert, wobei in der zweiten Fassung ein Supermann-Ritter auftrat. Außerdem gab es ein Schiller-Quiz, das den Zuschauern auf unterhaltsame Weise Fakten aus der Biographie des Dichters nahe brachte.

Insgesamt war dieses fächerübergreifende Projekt der Fachschaften Kunst, Musik und Deutsch ein gelungener Abend, der Darbietende wie Zuschauer zu einer eingehenderen Beschäftigung mit Friedrich Schiller einlud.

Katja Schulte-Bockholt

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