Schulzirkus des Gymnasiums Marktbreit präsentiert Ronja Räubertochter

„Manege frei!“, so hieß es auch dieses Jahr am 3. und 4. Mai wieder im Gymnasium Markbreit, und wie von Zauberhand geschrieben tanzten zum Auftakt der Vorstellung im Schein des Schwarzlichts die leuchtenden Buchstaben des Wortes „Gymnelli“ - so heißt der Zirkus des Marktbreiter Gymnasiums - durch die bis auf den letzten Platz belegte Turnhalle des Gymnasiums.

Nach zwölf Jahren erfolgreicher Zirkusarbeit hat sich der Name „Gymnelli“ und der seiner Leiterin Barbara Clobes schon weit über die Grenzen des Marktbreiter Gymnasiums herumgesprochen. Schon Tage vor den beiden Aufführungen waren alle Karten ausverkauft.

An zwei Abenden präsentierten die über 90 Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen dieses Mal die Geschichte „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren. In dieser Geschichte geht es um eine mutige Räuberhauptmannstochter, die ausgerechnet den Sohn des Hauptmanns einer verfeindeten Räubersippe zum Freund gewinnt, so dass beide Kinder letztlich ihre Räuberbanden, die Mattis- und die Borkaräuber, miteinander versöhnen können.

Die fabelhafte Choreographie von Barbara Clobes lässt diese Geschichte mit glänzender Akrobatik und gekonnter Performanz vor den Augen des staunenden Publikums neu entstehen. So werden die Zuschauer in den dunklen Räuberwald entführt, in dem ein beängstigendes Gewitter durch eine atemberaubende Feuerjonglage dargestellt wird: Brennende Stäbe fliegen durch die Luft und symbolisieren die zuckenden Blitze, meterhohe Kinderpyramiden verkörpern in der nächsten Nummer die Burg der Mattisräuber.

Und senkt sich die Dunkelheit über den Räuberwald, so wird diese Stimmung durch sechs nachtblaue Trapezkünstlerinnen ausgedrückt, die zu getragenen Melodien mehrere Meter über dem Boden einen zugleich anmutigen und halsbrecherischen Tanz der Nacht aufführen.

Doch tagsüber geht es mitunter lustig zu im Räuberwald. Da gibt es illustere Waldbesucher, dargestellt durch eine fröhliche Einradchoreographie, riesige Mönche tanzen zu Jazzmelodien auf Hochrädern durch den Wald, gelbe Auerhähne, deren Federschweif aus Jonglierkeulen besteht, erfreuen die Zuschauer durch eine flotte Keulenjonglage, Wilddruden führen auf Skateboards und Stelzen einen turbulenten Vogelflug vor.

Der Wald wird in all seinen Erscheinungsformen in die Manege geholt: Wasserblaue Kinder stellen Purzelbäume schlagend einen strudelnden Fluss dar, wundersame Nebelwesen züngeln in gekonnter Partnerakrobatik durch den Wald, Herbstblätter tanzen durch die Luft, durch Balljonglage und Kugellauf wird der Winter dargestellt, Trolle treiben mit Diabolos und Devil-Sticks ihr Unwesen im Räuberwald und eine anmutige Adagio-Akrobatik lässt Seerosen vor den Augen des Publikums erblühen.

Auch Besucher, die die Vorstellungen der Zirkusgruppe über Jahre hinweg verfolgt haben, sind immer wieder erstaunt und begeistert vom Können der jungen Akrobaten. Bemerkenswert ist aber nicht nur die Akrobatik der 90 Zirkusmitglieder. Ein echtes Zirkuskind, so betont Barbara Clobes in ihrer Einleitungsrede, lernt in den Trainingseinheiten nicht nur Jonglage, Einradfahren und Trapezkunst. Die Kinder lernen, Verantwortung für die Aufführung und für ihre Mitschüler zu übernehmen, sie helfen sich gegenseitig, sorgen hinter der Bühne für Ruhe und Ordnung, so dass in den Aufführungen 90 Kinder ohne die Hilfe eines Erwachsenen die aufwendige mehrstündige Vorstellung selbst organisieren. Die Schüler bleiben oft jahrelang dabei, erst als Akrobaten in der Manege, dann als Co-Trainer oder „schwarze Helfer“ im Hintergrund der Vorführungen. Stellvertretend für alle Zirkuskinder seien hier die Namen von zwei langjährigen Mitgliedern der Zirkusgruppe genannt: Mirjana Moreth und Rebecca Reichherzer sind dem Zirkus über acht Jahre treu geblieben und verlassen dieses Jahr mit dem Abitur das Gymnasium Marktbreit.

Abschließend ist zu sagen: Das Ergebnis der diesjährigen Vorstellung war wieder begeisternd: Sagenhafte Akrobatik verschmolz mit einer phantasievollen Choreographie und liebevoll gestalteten Kostümen zu einer Einheit und entführte das Publikum für ein paar Stunden in eine andere Welt!

Katja Schulte-Bockholt

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