Doppelsieg Marktbreiter Gymnasiastinnen im Bundes-Fremdsprachenwettbewerb Chinesisch

Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre kann das Gymnasium Marktbreit sich über einen Bundessieg im Fremdsprachenwettbewerb Chinesisch freuen. Dieses Mal wurde der erste Platz doppelt vergeben: Beide Siegerinnen besuchen 11. Klassen des Gymnasiums, das mittlerweile für die Qualität seines Unterrichts in der fernöstlichen Sprache bundesweit bekannt ist. Zu höchsten Ehren beim Ostasienwettbewerb in der Sparte Chinesisch brachten es Christina Hegwein aus Enheim und die in Gaukönigshofen wohnhafte Manuela Karl, indem sie sich gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland durchsetzten.       

Der Wettbewerb wurde wie stets in zwei Runden ausgetragen. Schon im Frühjahr dieses Jahres mussten die Kandidaten eine mit chinesischen Texten besprochene Kassette einreichen und in Form eines längeren Hausaufsatzes ihre landeskundlichen Kenntnisse über China nachweisen. Mehrere Themen standen zur Auswahl. Christina Hegwein setzte sich in ihrer Arbeit mit dem Thema „Der Drei-Schluchten-Staudamm: Halten sich Ökonomie und Ökologie die Waage?“ auseinander und Manuela Karl schrieb über „,Andere Länder - andere Sitten’ am Beispiel Chinas und Deutschlands“, womit beide sich den Weg in die Endrunde ebneten.

Am 18. September stellten sie sich mit den Endrundenteilnehmern aus anderen Bundesländern in Bonn im Rahmen einer mehrteiligen Prüfung der Jury, die sie zu den gewählten landeskundlichen Themen befragte und über die sprachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten der Kandidaten zu befinden hatte. Im Verlaufe der Chinesisch-Prüfung galt es, in einer chinesisch gehaltenen Konversation über Alltagsthemen die mündliche Sprachkompetenz sowie anschließend die Lese- und Schreibfähigkeit im Chinesischen nachzuweisen.

Offensichtlich konnten die beiden 17-jährigen Marktbreiter Schülerinnen mit ihren in nur zwei Schuljahren erworbenen Kenntnissen die Jury so sehr beeindrucken, dass nur die Frage offen blieb, wer von diesen beiden als Siegerin aus dem Wettbewerb hervorgehen sollte. Schließlich wurde die salomonische Entscheidung gefällt, beide auf den ersten Platz zu setzen und dafür keinen zweiten Platz zu vergeben.

Am 16. November fand die Preisverleihung des Bundes-Fremdsprachenwettbewerbs „Ostasien 2004“ gemeinsam mit der Preisverleihung des „25. Mehrsprachenwettbewerbs der Oberstufe“ in der Staatsbibliothek Berlin statt. Aus Anlass des runden Jubiläums wurde die Verleihung der Urkunden von einem festlichen Programm mit Musikvorträgen und Bühnenaufführungen umrahmt.

Senator Walter Rasch vom Verein Bildung&Begabung, der den Bundeswettbewerb Fremdsprachen organisiert, und der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ulrich Kasparick, wiesen in ihren Grußworten an die Wettbewerbsteilnehmer und ihre Begleitungen sowie die Prominenz aus Politik und Wirtschaft auf die zunehmende Bedeutung guter Fremdsprachenkenntnisse im Zeitalter der Globalisierung hin.

Mit der Überreichung der Urkunden wurden den Siegerinnen im Chinesisch-Wettbewerbs die gewonnenen Preise verkündet: je ein sechswöchiger Sprachkurs an einer der renommiertesten Universitäten Chinas auf Einladung der chinesischen Botschaft.

Damit ist die Erfolgsgeschichte des seit über zwanzig Jahren alljährlich von Hans-Christoph Raab durchgeführten Chinesischunterrichts am Gymnasium Marktbreit um ein weiteres bemerkenswertes Kapitel erweitert worden. Wer wie schon zahlreiche Schülergenerationen von dem hohen Standard und der offensichtlichen Effektivität dieses Unterrichts in Studium und Beruf profitieren will, kann ab der 9. Klasse den Chinesischkurs belegen und bei Interesse bis zum Abitur fortführen – und zwar auf einem Niveau der Sprach- und Schriftbeherrschung, das es möglich machte, dass alle vier bisher beim Sprachenwettbewerb Chinesisch angetretenen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marktbreit Bundessieger wurden.

Eine vielleicht erwähnenswerte Anmerkung zur Feststellung, dass der Chinesischunterricht in Marktbreit bereits über Generationen Schüler gefördert hat: Schon der Onkel einer der beiden diesjährigen Preisträgerinnen hat in den achtziger Jahren am Chinesischunterricht von Hans-Christoph Raab teilgenommen und während seines späteren Ingenieurstudiums damit die Voraussetzungen für ein halbjähriges Praktikum in einem Joint-Venture-Unternehmen in Shanghai geschaffen.

Hans-Christoph Raab